11. Oktober 2026 Stille fernster Rückruf

Stille fernster Rückruf

1. Abonnementkonzert:
Stille fernster Rückruf

Ort

CongressCentrum Pforzheim,
Großer Saal, Am Waisenhausplatz 5

Konzerteinführung

17.00 Uhr

Solist

Reto Bieri
Klarinette

Mitwirkende

Verum Audium Vokalensemble
Benjamin Hartmann (Einstudierung)
-
Musikschule Neuenbürg
Michael Pietsch-Rether (Einstudierung)

Leitung

Reto Bieri
Klarinette und Leitung

Light & Sound Artist

Markus Güdel

Programm

John Zorn (*1953)
KOL NIDRE
-
Giya Kancheli (1935–2019)
25 LETTERS TO FRIENDS
Selektion
-
Caroline Shaw (*1982)

THE BEECH TREE
aus Plan & Elevation
-
John Cage (1912–1992)
IMAGINARY LANDSCAPE NR. 4
für 12 Radios und 24 Spieler
-
Anton Arensky (1861–1906)
KAMMERSINFONIE op. 35a
nach dem Streichquartett op. 35
„In Erinnerung an Peter Tschaikowsky“

11. Oktober 2026 18.00

Stille fernster Rückruf

Es gibt Konzerte, die sprechen nicht zu uns – sie horchen in uns hinein. Dieser Abend präsentiert eine Sammlung klanglicher Spuren, die sich an das Verlorene heften, an das Verschwundene, an das, was sich nicht mehr zeigt – aber nachwirkt.

Stille fernster Rückruf: In diesem Konzert schreibt die Musik Briefe – an jene, die gegangen sind, und an jene, die geblieben sind. Nicht laut, nicht fordernd. Sondern tastend, wie eine Hand im Halbdunkel, auf der Suche nach der Gestalt einer Erinnerung. John Zorns „Kol Nidre“ gleich zu Beginn ist kein Stück – es ist ein Gebet im Schatten, getragen von liegenden Stimmen, leise wie das Einsetzen der Dämmerung. Giya Kanchelis letzte Klänge, geschrieben im Wissen um das Ende, sprechen mit jener Ruhe, die mehr sagt als jedes Wort. Caroline Shaw lässt einen Baum erzählen, der schweigt – und doch von einer anderen Welt kündet. John Cages Radios dazwischen flüstern, als raunte das Universum selbst durch den Äther. Und Arenskys Hommage an Tschaikowsky trägt Trauer wie einen Mantel aus Klang: würdevoll, schwer, zärtlich.

Reto Bieri

Reto Bieri
Der Schweizer Klarinettist Reto Bieri zählt zu den vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten seiner Generation und ist international als Solist und Kammermusiker tätig. Seine künstlerische Arbeit verbindet Tradition und Experiment und eröffnet neue Perspektiven auf das Konzerterlebnis. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnet ihn als „begnadeten Programmmacher“.
Ab der Saison 2026/27 ist er Artist in Residence beim Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim.