18. April 2027 Hinter den Blitzen Blau
6. Abonnementkonzert:
Hinter den Blitzen Blau
Ort
CongressCentrum Pforzheim,
Großer Saal, Am Waisenhausplatz 5
Konzerteinführung
17.00 Uhr
Solist
Ruby Hughes
Sopran
-
Quatuor Ardeo
Streichquartett
-
Reto Bieri
Klarinette und Leitung
Leitung
Reto Bieri
Klarinette und Leitung
Light & Sound Artist
Markus Güdel
Programm
Heinz Holliger (*1935)
TRÖPFEL-MUSIG (DROPLET-MUSIC)
aus Duöl
-
Osvaldo Golijov (*1960)
THREE SONGS für Sopran und Streicher
Night of the Flying Horses (Lullaby, Doina and Gallop)
Lúa Descolorida
How Slow the Wind
-
Guillaume de Machaut (1305–1377)
KYRIE
aus Messe de Nostre Dame
-
Karl Amadeus Hartmann (1905–1963)
FANTASIE
3. Satz aus dem Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester
-
David Bruce (*1970) / John Dowland (1583–1626)
TWO DOWLAND LAMENTS für Sopran, Streichquartett und Streichorchester
Flow my tears, Flow crystal tears
-
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
STREICHQUARTETT NR. 6 op. 80, f-Moll
Hinter den Blitzen Blau
Zuerst das Licht. Grell, wie eine Wahrheit, die zu früh kommt. Dann der Klang des Regens – nicht auf den Dächern, sondern in der Seele. Und wenn das Krachen verhallt ist, hebt sich ein neues Blau. Leise, nicht triumphal. Aber es ist da.
Hinter den Blitzen Blau: Diese Musik trauert ohne Lärm. Stattdessen: Tropfen. Heinz Holligers „Tröpfli-Musik“ tastet sich vorsichtig an eine neue Stille heran, als würde jede Violine ein Wasserspiegel sein, der die Welt in kleinen Verzerrungen zurückwirft. Dann erhebt sich eine Stimme. Osvaldo Golijovs Lieder erzählen von Pferden, die fliegen, von Müttern, die wachen, von Wind, der zu langsam weht, um zu trösten. Es ist der Schlaf, der nicht kommt. Ein mittelalterliches „Kyrie“, gestammelt durch die Jahrhunderte, klingt plötzlich gegenwärtig. Guillaume de Machaut ruft um Erbarmen – und der Klang, von Streichern getragen, klingt nicht fromm, sondern existenziell. Hartmanns Klarinette zerreißt die Luft. Nichts daran ist sentimental, alles daran ist Erinnerung. Dann kehren wir zurück zu Dowland – dessen Tränen, vom 17. ins 21. Jahrhundert getragen, immer noch fließen. Am Ende Mendelssohn. Ein Abschied, wie nur ein Bruder ihn schreiben kann: an Fanny, an das Licht, das sie hinterließ.
Ruby Hughes
Die britische Sopranistin Ruby Hughes wurde als BBC New Generation Artist bekannt und gewann 2009 den ersten Preis sowie den Publikumspreis beim Internationalen Händel-Gesangswettbewerb in London. Sie studierte am Royal College of Music in London. Als gefragte Konzert- und Opernsängerin tritt sie international in Häusern wie der Wigmore Hall, der Berliner Philharmonie und dem Concertgebouw Amsterdam auf.
Quatuor Ardeo
Ardeo – lateinisch „ich brenne“ – steht für Leidenschaft und künstlerische Intensität. Das 2001 am Pariser Nationalkonservatorium gegründete Quatuor Ardeo zählt heute zu den international erfolgreichen Streichquartetten. Zahlreiche Wettbewerbspreise und Auftritte bei renommierten Festivals und in großen Konzertsälen Europas prägen den Weg des Ensembles, das für seine ausgeprägte Harmonie, Energie und Ausdruckskraft sehr beliebt ist.