24. Januar 2027 Als wir noch Bäume waren
3. Abonnementkonzert:
Als wir noch Bäume waren
Ort
CongressCentrum Pforzheim,
Großer Saal, Am Waisenhausplatz 5
Konzerteinführung
17.00 Uhr
Solist
Jeremias Fliedl
Violoncello
-
Matis Griso
Violoncello
-
Reto Bieri
Klarinette und Leitung
Mitwirkende
Chor Akademie Pforzheim
Salome Tendies (Einstudierung)
Leitung
Reto Bieri
Klarinette und Leitung
Light & Sound Artist
Markus Güdel
Programm
Moondog (1916–1999)
ALL IS LONELINESS
-
Antonín Dvořák (1841–1904)
WALDESRUHE op. 68/5
-
Giovanni Sollima (*1962)
WHEN WE WERE TREES
für 2 Violoncelli und Streichorchester
-
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
LARGO CON SORDINI, MESTO
aus Konzert A-Dur, H 439 Wq 172
-
Giovanni Sollima (*1968)
ALONE
für Violoncello Solo (1989)
-
Aaron Copland (1900–1990)
APPALACHIAN SPRING (1970)
Als wir noch Bäume waren
Der Mensch und der Baum. Eine Verbindung aus einer Zeit, als Mensch und Tier noch eins waren – kein Wunder also, dass der Wald zum mystischen Ur-Ort wurde. Doch das Unheimliche kippte ins Sehnsüchtige. Als die Städte sich mit Ruß und Rauch füllten und das Leben in Paragrafen zerfiel, begann die Natur leise zurückzurufen.
Als wir noch Bäume waren. Dieses Konzert ruft nach jenem Zustand, in dem das Menschliche noch nicht so deutlich vom Pflanzlichen geschieden war. Eichendorff hat ihn geahnt, Dvořák hat ihn vertont, Sollima bringt ihn zum Sprechen.
Es beginnt bei Moondog, dem seltsamen Mönch von Manhattan, der in der Großstadt stand wie eine Eiche am Straßenrand, unbewegt, seltsam, prophetisch. Es führt zu Dvořáks Waldesruhe, jenem musikalischen Spaziergang, der nichts beweisen will – außer vielleicht: dass auch Stille eine Melodie hat. Und es verzweigt sich – über Sollimas zellulare Stammbaumgeschichten, über C.P.E. Bachs barocke Melancholie, bis hin zu Aaron Coplands Appalachian Spring, in dem ausgerechnet Amerika plötzlich nach Arkadien klingt.
Jeremias Fliedl
Jeremias Fliedl zählt zu den gefragtesten Cellisten Österreichs. Ausgebildet von Heinrich Schiff, Clemens Hagen und Julian Steckel, spielt er seit 2022 das Stradivari „ex Gendron“ von 1693. Bisherige Konzertauftritte führten ihn u. a. zu den Salzburger Festspielen und in die Elbphilharmonie. Als erster österreichischer Cellist wurde er
beim Queen Elisabeth Wettbewerb mit einem Preis ausgezeichnet.
Matis Grisó
Der Luxemburger Matis Grisó (*2006) begann im Alter von vier Jahren mit dem Cellospiel und studierte zunächst am Konservatorium der Stadt Luxemburg. Seit 2020 setzt er seine Ausbildung am Königlichen Konservatorium Brüssel bei Marie Hallynck fort. Als vielfach ausgezeichneter Preisträger internationaler Wettbewerbe trat er u. a. mit dem Luxembourg Philharmonic und dem Orchestre de Chambre du Luxembourg auf.