"Begegnung im Stadtgarten": Paul Angerer und das Kammerorchester in den 70er Jahren

Paul Angerer im Alter von 90 Jahren gestorben

28.07.2017. Paul Angerer, von 1971 bis 1981 Künstlerischer Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim, ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der in Wien geborene Musiker startete seine Karriere bei den Wiener Symphonikern, für die er in den 1950er Jahren als Solobratschist tätig war. Es folgten Engagements an verschieden Bühnen, als 1. Kapellmeister in Bonn (1964-66) sowie als Opernchef in Ulm (1966-68) und Salzburg (1967-72), bevor er 1971 die Leitung des Südwestdeutschen Kammerorchesters übernahm. Auf ihn gehen die heute noch bestehende Konzertinitiative „Begegnung im Stadtgarten“ („Grüntöne“) und die Pforzheimer Stadtteilkonzerte des Kammerorchesters zurück.

Im Jahr 1982 gründete Angerer in Wien das Kammermusikensemble Concilium Musicum, um Werke des 18. Jahrhunderts auf Originalinstrumenten zu spielen. Daneben wirkte in den letzten Jahrzehnten auch als Radiomoderator bei den Sendern Österreich 1 und Klassik-Radio Stephansdom, für das er Hunderte von Klassiksendungen („Capriccio“) gestaltete, in denen auch regelmäßig Aufnahmen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester zu hören waren.

Mit dem Pforzheimer Ensemble spielte Angerer zahlreiche Schallplattenaufnahmen ein, vorwiegend Werke des Barock, dazu Kompositionen von Haydn und Mozart. Musik aus diesen Aufnahmen wird auch heute noch regelmäßig von den Rundfunksendern ausgestrahlt.

Am 12. August um 9.05 Uhr wiederholt Radio Klassik Stephansdom im Gedenken an Paul Angerer seine Sendung „Singe, wem Gesang gegeben“: www.radioklassik.at

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