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bei Angabe der Photographen honorarfrei verwendbar: Sebastian Seibel (Photo 1) Uta Süße-Krause (Photo 2)
Friedrich Tilegant und das Kammerorchester in den 60er Jahren
__ORCHESTERBIOGRAPHIE
Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim
Ein frischer und packender musikalischer Zugriff und stilistische Vielfalt von der Alten bis zur Neuen Musik sind die Erkennungszeichen des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Das mit vierzehn Musikern aus sieben Nationen besetzte Ensemble ist eines der ganz wenigen Fulltime-Kammerorchester: So wird eine außergewöhnliche Homogenität und Flexibilität des Klangbildes möglich, die auch in größerer Besetzung mit Bläsern und weiteren Streichern aus einem festen Musikerstamm erhalten bleibt.
Gegründet wurde das Südwestdeutsche Kammerorchester im Jahr 1950 von dem Hindemith-Schüler Friedrich Tilegant. Rasch fand das Ensemble internationale Anerkennung: Man sprach vom „Tilegant-Sound“, der nicht nur bei den Festspielen in Salzburg, Luzern und Leipzig und auf weltweiten Konzertreisen zu hören war, sondern auch auf zahlreichen Schallplattenaufnahmen (Deutsche Grammophon, VOX, Erato, Telefunken, Intercord) dokumentiert wurde. Maurice André, Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und Yehudi Menuhin waren nur einige der musikalischen Größen, mit denen das „Südwestdeutsche“ zusammenarbeitete.
Nach der Tilegant-Ära, die 1968 mit dem viel zu frühen Tod des Gründers zu Ende ging, wurde das Orchester vor allem durch den Wiener Paul Angerer (1971-1981) und den aus der großen tschechischen Musiktradition stammenden Vladislav Czarnecki (1986-2002) geprägt. In der Spielzeit 2002/03 übernahm der junge deutsche Dirigent Sebastian Tewinkel, 1. Preisträger mehrerer Dirigierwettbewerbe, die Position des Künstlerischen Leiters.
Auf seinem Erfolgsweg hat das Südwestdeutsche Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen für fast alle europäischen Sender an die 250 Schallplatten und CDs eingespielt, von denen eine ganze Reihe mit internationalen Preisen (Grand Prix du Disque, Monteverdi-Preis, Artur-Honegger-Preis) ausgezeichnet wurde. Zahlreiche Uraufführungen (Jean Françaix, Harald Genzmer, Enjott Schneider, Mike Svoboda) belegen seine Kompetenz auch für die zeitgenössische Musik.
Auch heute musiziert das Kammerorchester mit Solisten von Weltruf wie Nigel Kennedy, Cyprien Katsaris, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Sabine Meyer oder Frank Peter Zimmermann. Mit ihnen – aber auch mit den vielversprechendsten Nachwuchskünstlern – war es in den letzten Jahren in ganz Europa (Prager Frühling und Prager Herbst, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Schwetzinger Festspiele, Flandern-Festival, Festival Euro Mediterraneo Rom, OsterKlang Wien, Sala Verdi Mailand, Auditorio Nacional Madrid, Berliner Philharmonie), in den USA und in Japan zu Gast.
Mit neuen Programmideen erweitert das Ensemble seine musikalische Bandbreite. So war es mit Giora Feidman und Facundo Ramirez in den großen Konzertsälen Europas mit Klezmermusik und argentinischer Folklore (Misa Criolla) unterwegs, hat Schulprojekte und Kinderkonzerte entwickelt und Produktionen in den Bereichen Musik und Literatur (Iris Berben), Figurentheater, Kammeroper ("Cosi fan tutte" unter Manfred Honeck), Tanz (Nina Corti) und Kabarett (Lars Reichow) realisiert.